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Sorge um schwer verletzte Bahnrad-Weltmeisterin Kristina Vogel

Cottbus (dpa/rad-net) - Bahnrad-Olympiasiegerin Miriam Welte hat «geschockt und fassungslos» auf den dramatischen Trainingsunfall ihrer langjährigen Teamkollegin Kristina Vogel reagiert.

«Ich bin in Gedanken bei ihr und hoffe, dass alles gut verläuft. Wir müssen abwarten, was passiert», sagte Welte der Deutschen Presse Agentur. Wie ein Sprecher des Berliner Unfallkrankenhauses in Marzahn bestätigte, wurde Vogel in der Nacht mehrere Stunden lang operiert. Zum Gesundheitszustand der schwer an der Wirbelsäule verletzten Erfurterin konnte er keine Angaben machen.

Welte, die 2012 bei den Olympischen Spielen in London zusammen mit Vogel Gold im Teamsprint gewonnen hatte, erfuhr am Dienstagnachmittag von dem Unglück auf der Trainingsbahn in Cottbus. «Ich habe mit ihrem Lebensgefährten Michael Seidenbecher Kontakt und geschrieben, dass ich an sie denke», berichtete die 31-jährige Kaiserslauterin und fügte hinzu: «Kristina ist eine absolute Kämpferin und ein positiver Mensch, sie ist schon einmal nach einem schweren Unfall zurückgekommen.»

Damals nahm der damals 18-jährigen Vogel ein Zivilfahrzeug der Polizei die Vorfahrt und rammte sie vom Rad. Sie erlitt schwere Verletzungen und lag zwei Tage im Koma. Doch sie kämpfte sich zurück und ist inzwischen zweifache Olympiasiegerin und elffache Weltmeisterin.

Das Chemnitzer Team Erdgas.2012, für das Kristina Vogel seit 2013 fährt, reagierte geschockt auf den schweren Unfall. «Kristina hat vor allem immer ihr großes Kämpferherz ausgezeichnet. Diese Kämpfernatur wird sie auf dem vor ihr liegenden Weg mehr denn je gebrauchen», erklärte Präsident Daniel Rekowski.

Der Bund Deutscher Radfahrer (BDR) konnte zum Verlauf der Operation von Kristina Vogel im Berliner Unfallkrankenhaus von Marzahn noch keine Informationen geben. «Wir haben bisher kein Update bekommen, werden aber in Absprache mit der Familie weiter über Kristinas Zustand informieren», sagte BDR-Sportdirektor Patrick Moster. Der Verband hatte am Dienstagabend schwere Wirbelsäulenverletzungen bei der 27-Jährigen bestätigt.

Maximilian Levy, der am gestrigen Dienstag seinen 31. Geburtstag feierte, war als einer der Ersthelfer an der Unfallstelle. «Ein ganz trauriger Tag, den wir heute überstehen mussten. Als Freund das zu erleben, ist qualvoller als jedes eigene Leiden. Bitte habt Verständnis, dass ich nicht zum Geburtstagsplausch aufgelegt war und seht von weiteren Nachfragen zum Gesundheitszustand und dem Ablauf des Unfalls ab. Auch wir müssen das verarbeiten und sind in unseren Gedanken bei Kristina», schrieb er bei Facebook.

Auch viele andere Radsportler wie Chris Hoy, Anna Meares, Laura Kenny, Kenny de Ketele, Anna Knauer, Mieke Kröger, Marcel Kittel, John Degenkolb sowie die Rennrodler Felix Loch und Dajana Eitberger übersendeten der 27-Jährigen über die sozialen Medien Genesungswünsche. «Was für ein Schock. Alles Gute, Kristina! Wir denken an dich und drücken fest die Daumen. Du schaffst das!», schrieb Loch auf Twitter. Und De Ketele schrieb: «Sende die bestmöglichen Wünsche an Kristina Vogel! Hoffe, du wirst schnell wieder gesund und dass du wieder so glänzen kannst, wie du es immer tust!» «Keep fighting, Kristina. Du bist eine Kämpferin!», so Kröger.

Auch der Ministerpräsident Thüringens äußerte sich via Twitter: «Gute Besserung und möglichst wenig Schmerzen! In der Ruhe liegt die Kraft! Jetzt erstmal nur an die Genesung denken! Liebe Grüße aus Thüringen. Wir drücken ganz fest die Daumen, liebe Kristina!»

27.06.2018 / rad-net/TRV
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