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Olympiasiegerin Vogel will Titelsammlung komplettieren

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Maurizio Gambarini

Erfurter Bahnradsprinterin fehlt noch EM-Gold im Teamsprint. Sieben Thüringer in Berlin am Start. Enders wird verabschiedet.

Berlin. Kristina Vogel hat schon den Olymp erobert und neun WM-Goldmedaillen gewonnen, aber dieser Triumph blieb ihr bislang verwehrt: Im Teamsprint hat die 26 Jahre alte Bahnradsprinterin bei einer Bahnrad-Europameisterschaft noch nie gewonnen. "In Berlin will ich diesen Titel holen", sagte die Erfurterin, die heute Abend in ihre einzigartige Sammlung komplettieren will. Neben Vogel sind noch sechs weitere Thüringer Bahnrad-Asse am Start.

Mit dem deutschen Bahnrad-Vierer tritt Kersten Thiele vom 1. RSV 1886 Greiz an. Bundestrainer Sven Meyer hat für das deutsche Quartett das kleine Finale als Ziel ausgegeben. Im Ausdauerbereich sind zudem die deutsche Straßenmeisterin Lisa Klein aus Erfurt dabei.

Der Geraer Sprinter Robert Förstemann hat derweil ein Heimspiel. Seit Jahren wohnt der 31-Jährige in Berlin und durfte im September als Erster auf der neuen Holzbahn aus sibirischer Fichte erste Testfahrten absolvieren. "Ich bin echt stolz, als Erster ein paar Runden gedreht zu haben. Das war wirklich toll und hat mir einen Extra-Kick für die EM-Vorbereitung gegeben", hatte Förstemann damals gesagt. Für Thüringen ist im Sprint der Männer zu dem der Eichsfelder Maximilian Dörnbach im Einsatz.

Seinen letzten Auftritt in Berlin hat unterdessen Rene Enders. Der Erfurter, der in seiner Karriere zweimal Weltmeister wurde und bei den Olympischen Spielen 2008 und 2012 jeweils die Bronzemedaille eroberte, wird am Samstag offiziell verabschiedet. Der 30 Jahre alte Bundespolizist will dem Radsport aber treu bleiben. Nach dem Weggang von Trainer Tim Zühlke nach China betreut er derzeit übergangsweise die Erfurter Sprinter, will die jungen Fahrer aber auch in Zukunft unterstützen und zudem im Marketingbereich den Thüringer Bahnradsprint voranbringen.

Ans Karriereende denkt Kristina Vogel noch lange nicht. An der Seite von Miriam Welte aus Kaiserslautern tritt die Olympiasiegerin heute zur Teamsprint-Qualifikation an, um im besten Fall noch am Abend das ersehnte Gold zu erobern. "Die Russinnen werden die härtesten Konkurrentinnen sein", sagte Sprint-Bundestrainer Detlef Uibel. Vogel wird in Berlin zudem im Sprint und Keirin an den Start gehen. Zu den Thüringer Hoffnungsträgern zählt auch die Erfurterin Pauline Grabosch, die in der Teamsprint-Qualifikation an der Seite von Vogel antritt, sowie im Sprint, Keirin und dem 500-m-Zeitfahren fährt.

Zum EM-Programm von Berlin gehören auch die Steherrennen, die bei der EM 2016 in Paris der Cottbuser Stefan Schäfer gewann. Der 31-Jährige war aber zuletzt bei einem bei einem Rennen in Mailand gestürzt und hatte sich Hautabschürfungen und Prellungen zugezogen. Trotzdem will der Titelverteidiger antreten. Franz Schiewer aus Cottbus, der Gesamtsieger von 2017 der Steherrennen auf der Erfurter Bahn, gilt mit seinem Schrittmacher Gerd Gessler vom RSC Turbine Erfurt als aussichtsreicher Medaillenkandidat.

19.10.2017 / TA/ Axel Lukacsek
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