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Vom Nationalfahrer zum Bundestrainer - Helmut Taudte reiste mit den deutschen Junioren-Nationalmannschaften um die halbe Welt

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Volker Brix

Helmut Taudte gilt als eins der Urgesteine des Erfurter Radsports. Der 63-Jährige steht als
Bundestrainer für Junioren-Ausdauer-Bahn, so die offizielle Bezeichnung seines
Arbeitgebers des Bundes Deutscher Radfahrer, vom 15. bis 19. August im
schweizerischen Aigle mit der Deutschen Junioren-Nationalmannschaft vor seiner 22.
Junioren-Weltmeisterschaft und kurz danach auf der gleichen Bahn vor der Junioren-
Europameisterschaft. Dabei diesmal sind auch mit Max Gehrmann und Milan
Hinkelmann (beide RSC Turbine) wieder zwei Erfurter Talente dabei, die wohl in der Einzel-
und Mannschaftsverfolgung, eventuell auch im Punktefahren zum Einsatz kommen
könnten.

Herr Taudte, haben Sie Ihren reichen Erfahrungsschatz schon als selbst aktiver
Rennfahrer aufgebaut?
Ich denke ja. Ich begann 1970 bei der BSG Motor Weimar und kam ein Jahr später zum
SC Turbine Erfurt unter den Erfolgstrainern Jochen Wilhelm und Wolfgang Schreck.
Gab es da bereits Erfolge? Ich gehörte bald der DDR-Nationalmannschaft auf der Bahn an und habe dabei zahlreiche, der damals üblichen, Länderkämpfe meist mit dem Vierer, bestritten. Mit den Erfurtern Klaus-Dieter „Ali“ Schenk und Thomas Helbig wurde ich jeweils DDR-Meister im Zweiermannschaftsrennen auf der Bahn. Auf der Berliner Winterbahn in der Werner-Seelenbinder-Halle war ich im längsten Zweiermannschafts-Rennen der jeweiligen Saison über 1001 Runde, das waren 176 Kilometer, mit unterschiedlichen Partnern als viermaliger Zweiter der Publikumsliebling im meist ausverkauften Haus. 1980 war dann meine Rennerlaufbahn beendet.


Und was machten Sie danach?
Ich hatte schon als Sportler an der DHfK in Leipzig mein Studium als Diplom-Trainer
absolviert und wurde gleich Trainer beim SC Turbine.


Nach der politischen Wende wurden viele Trainer entlassen. Wie ging es dabei mit Ihnen
weiter?
Der neu gegründete Thüringer Radsport Verband stellte mich ab Januar 1991 als
Landestrainer ein. In meiner Heimat war ich hauptsächlich für die Nachwuchsentwicklung
tätig.


Wann wurden Sie dann Bundestrainer?
Das begann 1997 und seit dem führe ich die Deutsche Junioren-Nationalmannschaft im
Bahn-Ausdauerbereich zu 21 Weltmeisterschaften in 18 Ländern.


Wohin führte Ihre weiteste Reise?
Das war wohl nach Melbourne in Australien oder vielleicht Kapstadt in Südafrika.
Wie erfolgreich waren Ihre Schützlinge in all den Jahren?
Wir können auf zehn Junioren-Weltmeistertitel und etwa 30 Medaillengewinne
zurückblicken.


Welches Ergebnis war das herausragendste für Sie?
Das war wohl in Los Angeles 2004 wo Marcel Barth, der später jahrelang der Erfurter
Steher Lokalmatador war, überlegen Junioren-Weltmeister im Punktefahren wurde.


Wie geht es für Sie nach den diesjährigen Saisonhöhepunkten weiter?
Nach dem Saisonschluss im September rückt der ältere Jahrgang in die Männerklasse
auf. Danach wird der jüngere Jahrgang und die nachrückenden besten Jugendfahrer auf
die Junioren-Weltmeisterschaften 2019 in Frankfurt/Oder vorbereitet.


Bleibt bei den vielen Aufgaben Ihnen noch Zeit selber auf das Rad zu steigen?
Wenn es meine Zeit erlaubt, fahre ich mit Freunden ein- bis zweimal in der Woche eine
80km-Runde.

17.08.2018 / Volker Brix
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