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Der weite Weg zu Olympia

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Der weite Weg zu Olympia

Gudrun Stock gehört zu den Leistungsträgerinnen im deutschen Bahnvierer. Auf den kurzen Weihnachtsurlaub bei ihren Eltern, Geschwistern und Freunden in München freut sich die Bahnradsportlerin Gudrun Stock vom RSC Turbine Erfurt schon lange. Zuvor steht aber an diesem Wochenende(19./20.12.) noch die Deutsche Meisterschaft im Omnium (ein Mehrkampf bestehend aus Scratch 10 km, 3000m-Einzelverfolgung, Ausscheidungsfahren, 500m-Zeitfahren, Rundenrekordfahren) und 25 km-Punktefahren) auf der neuen Hallenbahn in Frankfurt/Oder an, bei der die 20-Jährige einen Platz unter den besten Fünf anpeilt.

Gudrun Stock
Gudrun Stock

Seit über einem Jahr in der thüringischen Landeshauptstadt mit vielen Reisen zu Trainingslagern, Rundfahrten und Bahnrennen um die halbe Welt und ihrem Heimtrainer Michael Beckert gehört sie fest zum Kader des Deutschen 4000m-Bahnvierer’s der sich für Olympia qualifizieren will. Dazu hat der Radsport Weltverband UCI einen zwei Jahre durchlaufenden Modus festgelegt mit dem sich die vier besten europäischen Nationen für Rio qualifizieren müssen. Dabei mischt Stock kräftig mit. Nach einem guten neunten Platz bei der Deutschen Straßenmeisterschaft im hessischen Baunatal half sie bei der U23-Europameisterschaft auf der Olympiabahn in Athen mit hinter Weißrußland den Vizetitel zu erringen. Außerdem schaffte sie auf dieser schnellen Bahn die Olympianorm im 3000m-Einzelzeitfahren mit 3:41,4 Minuten. Mit Rundfahrten in Frankreich und Belgien stabilisierte die Sportsoldatin ihre Form für die vorentscheidenden Rennen im Winter. Auf der schnellen Hallenbahn im schweizerischen Grenchen enttäuschte der Vierer mit Platz acht bei der Europameisterschaft. Stock bestätigte dagegen bei der 3000m-Einzelverfolgung mit neuer persönlicher Bestzeit von 3:38,1 Minuten und einem sehr guten fünften Rang hinter Kathe Archibald(Großbrittanien) ihre ansteigende Form. In Erfurt sucht sie zwischendurch mit der U23-EM-Dritten im Einzelzeitfahren auf der Strasse, Corinna Lechner, aus dem Thüringer maxx-solar-Team eine Wohnung. Beide kennen sich schon lange aus Bayern. „Da wir kaum zu Hause sind, ist das ein großes Problem. Aber wir geben die Hoffnung nicht auf“, sagt die Blondine.

Nach dem ersten Weltcup der neuen Saison im kolumbianischen Cali im Oktober rutsche Deutschland mit Stock als Achter hinter den siegenden Kanadierinnen in der europäischen Olympia-Quali nach Großbrittanien und Italien, genau wie beim zweiten Weltcup fünf Wochen später in Cambrigde(Neuseeland), wo Platz neun hinter Australien belegt wurde, auf den hoffnungsvollen dritten Platz.

Nach dem verdienten Weihnachtsurlaub beginnt die Vorbereitung auf den letzten Weltcup am 16./17. Januar bereits in der letzten Dezember-Woche mit individuellen Bahntraining in Frankfurt/Oder, ehe sie mit dem Bahnkader  unter dem in Erfurt geborenen und in Nürnberg wohnenden Nationaltrainer Andre Korff, der selbst beim t-mobile Team sprintstarker Straßenprofi war, auf Mallorca ein Straßentraining absolviert und von dort gleich nach Hongkong fliegt. „Dort wollen wir mindestens wieder Achter werden um die Olympia-Quali relativ sicher zu haben“, blickt Stock voraus. Gleiches gilt für die Weltmeisterschaft im März auf der Olympiabahn in London. Danach haben die Rennerinnen zwei Woche Urlaub bevor mit Training und Rundfahrten der Grundlagenaufbau zur speziellen Olympiavorbereitung beginnt. 

18.12.2015 / Volker Brix
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