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Ich fahre übers Fest nur eine Woche zu meinen Eltern nach Holland

Seit Anfang Dezember ist Anner Miedema neuer Cheftrainer der Bahnradsprinter. Der Erfurter Bahnradsprint scheint seit Jahren auf die Weltklasse abonniert zu sein. Einst vom leider in diesem Sommer viel zu früh verstorbenen „Sprintprofessor“ Jochen Wilhelm vor mehr als zwei Jahrzehnten ins Leben gerufen, sind die nächsten Jahrgänge mit neuen Trainern auch bis heute bei Weltmeisterschaften, Europatitelkämpfen und Weltcups in den verschiedensten Sprintdisziplinen weltweit erfolgreich. Dazu passt, das der wohl bisher erfolgreichste Erfurter Rene Wolff, Olympiasieger im Teamsprint und Weltmeister im Sprint, danach Organisator und Trainer sowie einige Jahre lang Nationaltrainer der Niederlande den Grundstein zu einer neuen Erfurter Trainer-Generation gelegt hat.

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Anner Miedema heißt der neue Cheftrainer und der stammt aus dem südholländischen Leiden. In Erfurt ist er für die Frauen und Männer der Eliteklasse sowie der U23 verantwortlich. Wie so viele Holländer begann er bereits mit acht Jahren mit den in den Niederlanden so populären Eisschnellauf. Nach einigen Jahre merkte er, dass in den Sommermonaten die Radrennen eine gute Ergänzung waren. Neben seine eigenen sportlichen Ambitionen im Winter machte es ihm Spaß, außerdem die jungen Läufer beim Training anzuleiten. Später wechselte er zum ganzjährigen Radsport. „Das machte mir viel Spaß, leider reichten meine Leistungen aber nicht aus um Profi zu werden“, lächelte der heute 27-Jährige beim Gespräch mit unserer Zeitung. Parallel hatte er mit einer guten Note, dabei hatte auch sieben Jahre deutsch gelernt, das Abitur am Gymnasium abgelegt. Danach studierte Miedema fünf Jahre lang Sportwissenschaften an der Freien Universität Amsterdam. Das er als Master abschloss. Weil ihm der Bahnradsport so viel Spaß machte absolvierte er dabei ein einjähriges Praktikum bei Nationaltrainer Rene Wolff. „Das war sehr interessant und machte viel Spaß bei so einem früheren Weltklassenrennfahrer zu arbeiten und viel zu lernen“, blickte der junge Trainer zurück. Wegen seinen guten Leistungen bekam er einen Vertrag als Wolffs Assistent bei der Königlichen Niederländischen Wieler Union(KNWU), dem Nationalen Niederländischen Radsportverband. Beide reisten zu Welt- und Europameisterschaften sowie Weltcups mit der Nationalmannschaft um die Welt. Nach Wolffs Abschied war Miedema bis September Interimstrainer der Nationalmannschaft.
Nach mehreren Gesprächen stellte dann der Sportdirektor des Bundes Deutscher Radfahrer, Patrick Moster, auch bei den Bahn-Europameisterschaften im Oktober in Berlin, den Kontakt nach Erfurt her. Schnell war man sich einig und Miedema er übernahm ab 1. Dezember das Training der Bahnradsprinter. „Ich habe mich sehr gefreut, in Erfurt so nett aufgenommen worden zu sein. Neben den perfekten organisatorischen Erledigungen des Olympiastützpunktes, haben mir vor allem auch der zweifache Ex-Weltmeister Rene Enders und Sascha Jäger beim Eingewöhnen sehr geholfen“, ist der neue Cheftrainer zufrieden. Derzeit, bis er eine Wohnung findet, ist er im Haus der Athleten gut untergebracht. Dabei freut er sich über die schöne Stadt Erfurt und erkundet, natürlich per Rad, die Umgebung und vor allem die Altstadt. „Ich fahre ab Sonnabend(23.12.) nur eine Woche nach Hause zu meinen Eltern“ und ab Januar geht es gleich richtig los“, gibt Miedema zu Protokoll. Kristina Vogel und Max Dörnbach sind mit der Nationalmannschaft im südafrikanischen Kapstadt und auf alle Fälle ist Pauline Grabosch beim fünften und letzten Weltcup in Minsk(Weißrußland) am Start. Auch da wird sich entscheiden, welche Erfurter bei den Bahnweltmeisterschaften vom 28. Februar bis 4. März in Apeldoorn(Niederlande) dabei sind.

27.12.2017 / Volker Brix
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