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Nach dem Bremer Sechstagerennen ist endgültig Schluss - Der Erfurter Weltklasse-Bahnradsprinter Rene Enders beendet seine lange Karriere

„Du kannst Dich drauf verlassen, nach dem Bremer Sechstagerennen vom 11. bis 16. Januar beende ich meine Laufbahn hundertprozentig“, sagte mir Rene Enders kürzlich bei
einem Treffen. Dabei trifft der 30-Jährige im allabendlichen, vielseitigen Sprinterprogramm
bei Sprint, Teamsprint, Keirin und Rundenrekordfahren mit den jungen Carl Hinze (Hildesheim) und Moritz Meisner aus Cottbus auf das ausländische Trio Tomas Babek (Tschechien), Lewis Stuart sowie Hamish Turnbull (beide England). Dabei würde sich Enders, als Vorjahressieger, natürlich liebend gern auf der 166m-Steilpiste in der ÖVB-Arena mit einem letzten Sieg von seiner aktiven Laufbahn verabschieden.

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Enders stammt aus dem ostthüringischen Auma und kam erst im Jugendfahreralter relativ
spät zum Radsport. Unter dem erfahrenen Trainer Gerald Mortag, der selbst mehrfacher
Weltmeister in der Mannschaftsverfolgung auf der Bahn war, wurde er bereits 2005 für
den SSV Gera Junioren-Weltmeister im Teamsprint und Dritter im Keirin. Danach
wechselte das Talent zum RSC Turbine Erfurt und bekam von „Sprintprofessor“ Jochen
Wilhelm den Feinschliff als Bahnradsprinter antrainiert. In dieser Zeit gehörte er in der
Landeshauptstadt dem SWE-Sprintteam, kurze Zeit dem Project TeamSpirit und seit 2014
bis jetzt dem Sprintteam Thüringen unter Trainer Tim Zühlke an. Das wurden für Enders
unglaublich erfolgreiche Jahre mit Titeln und vielen Medaillen bei olympischen Spielen,
Weltmeisterschaften, Weltcups und Nationalen Titelkämpfen. Vor allem im Teamsprint
erarbeitete er sich mit seinem überragenden Antritt in der erste Rundes des Teamsprints
den Ruf des „besten Anfahrers auf der Welt“. Mit diesem Klassenmerkmal legte er oft den
Grundstein zu großen Triumphen für die Nationalmannschaft, auch wenn seine
Teamkollegen in zweiter und dritter Startposition beim Anfahren der ersten Runde oftmals
Mühe hatte ihm zu folgen.
Zu seinen tollsten Erfolgen zählen zweifellos die Bronzemedaillen im Teamsprint der
Olympischen Spiele 2008 in Peking mit Maximilian Levy und Stefan Nimke und 2012 in
London mit Levy und dem Gerarer Robert Förstemann, der früher auch dem Erfurter
SWE-Sprintteam angehörte. Nicht minder wertvoll sind die beiden gewonnenen
Teamsprint-Weltmeisterschaften 2011 im niederländischen Apeldoorn mit Levy und Nimke
und 2013 in Minsk mit Levy und dem Thüringer Stefan Bötticher. Dazu kommen drei
Europameistertitel 2006, 2011 und 2013, acht Siege bei Weltcups mit einem Weltrekord im
mexikanischen Aguascalientes, wo das Trio Enders, Eilers und Förstemann die Bestmarke
der Briten von den Spielen in London von 42,600 Sekunden auf 41,871 Sekunden
verbesserte sowie vier nationale Titel.
Mit der Beendigung des Hochleistungssports beginnt nun für Enders ein völlig neuer
Lebensabschnitt. Vor allem will er nun mehr Zeit mit seiner Frau Justine und seinem Kind
Levi verbringen. Neben seinem Beruf als Bundespolizist bleibt der erfolgreiche
Bahnradsprinter natürlich auch weiterhin dem Sport verbunden. Nachdem er gemeinsam
mit Sascha Jäger den ab Ende September als Nationaltrainer nach China gewechselten
Tim Zühlke beim Sprintteam Thüringen zwei Monate vertrat, freut sich nun der neue
Cheftrainer Anner Miedema mit dem erfahrenen Enders einen wertvollen Co-Trainer zur
Seite zu haben. Das sich dabei Enders mit Radtraining, Laufen und Krafttraining selber fit
hält, ist ihm selbstverständlich.

08.01.2018 / Volker Brix
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