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Als Joker im WM-Rennen

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Hendrik Schmidt, dpa

Radsportlerin Lisa Klein tanzte einst und fuhr Motocross. Nun hat die Erfurterin ihr bestes Jahr mit Bronze gekrönt

Bergen. Als Kind bändigte sie einst sogar eine Motocross-Maschine, mit der Mutter hat sie getanzt. Aber als der Vater schließlich im Sattel saß, packte auch Lisa Klein das Radsport-Fieber. Die 21 Jahre alte deutsche Meisterin hat bei der WM in Bergen ihr ohnehin bislang bestes Jahr als Leistungssportlerin gekrönt. Nach Platz drei mit ihrem Team Cervélo Bigla im Mannschaftszeitfahren will Klein im Straßenrennen am Samstag ihre ganze Kraft einsetzen, um den deutschen Frauen um Lisa Brennauer und Trixi Worrack zu einer Top-Platzierung zu verhelfen. "Dass ich hier schon eine Medaille gewonnen habe, betrachte ich als eine Ehre", sagt Klein.

Sie stammt aus Völklingen-Lauterbach im Saarland und ebnete am Stützpunkt in Kaiserslautern einst den Weg in die nationale Spitze, bevor das private Glück sie vor zwei Jahren nach Thüringen verschlug. Mit Bahnradfahrer Maximilian Dörnbach ist die Sportsoldatin befreundet und pendelte oft hin und her. "Weil ich keine halben Sachen mache, bin ich damals nach Erfurt gezogen", sagt Klein, die von nun aber auch eine neue Trainingsgruppe benötigte. Mit Michael Beckert fand sie einen neuen Trainer, dem sie vertraut. "Ihm muss ich an dieser Stelle einmal Danke sagen. Er ist immer für mich da", sagt Klein.

In Deutschland ist die 1,69 Meter große Radsportlerin schon in diesem Jahr oben angekommen. Bei den nationalen Meisterschaften im Juni in Chemnitz gewann sie den Sprint einer 13-köpfigen Spitzengruppe. "Sie ist eine super Saison gefahren", sagt ihr Trainer Michael Beckert, der einst auch den vierfachen Zeitfahr-Weltmeister Tony Martin betreute.

Im Oktober bei der Bahnrad-EM am Start

Im 153 Kilometer langen Straßenrennen am Samstag wird ihr wahrscheinlich die Helferrolle zugedacht, aber ihr Trainer traut ihr sogar mehr zu. "Sie ist so etwas wie ein Joker", sagt Beckert.

Vielleicht ist es ja auch ein gutes Omen, dass Klein in diesem Jahr schon in Skandinavien ein weiteres Achtungszeichen setzte. Bei der Norwegen-Rundfahrt vor einem Monat landete sie im Gesamtklassement auf Rang fünf und gewann die Nachwuchswertung. Mit der WM ist für sie das Radsport-Jahr aber längst nicht beendet. Bei der EM im Oktober in Berlin startet sie auch auf der Bahn international und hofft dabei zudem auf die Nominierung ihres Freundes Maximilian Dörnbach.

Ihr weiterer Weg ist vorgezeichnet. Klein wird zur kommenden Saison zur deutschen Mannschaft Canyon-Sram wechseln. "Das ist für mich der nächste Schritt", sagt die Radsportlerin, die ein klares Ziel vor Augen hat: "Irgendwann will ich Weltmeisterin werden."

 
22.09.2017 / TA/Axel Lukacsek
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