
Radfahren war seine Leidenschaft
Ehrenvorsitzender des RFK „Solidarität“ 1895 Gera Horst Schild im Alter von 91 Jahren verstorben
Er zählte zu den Enthusiasten des Radfahrens. Es ging ihm nicht um Medaillen oder sportliche Leistungen. Er wollte einfach in der Gemeinschaft mit seinem Rad unterwegs sein. Nun hat sein Herz aufgehört zu schlagen. Im Alter von 91 Jahren verstarb am 16. Februar der langjährige Vereinsvorsitzende und seit 2012 Ehrenmitglied des Vereins, Horst Schild.
Bis zum Schluss nutzte er, trotz seiner Krankheit, jede ihm sich bietende Möglichkeit um am Vereinsleben teilzunehmen und stand, soweit es seine Gesundheit zugelassen hat, mit seinem Rad vor der Orangerie, um seine Sportfreundinnen und Sportfreunde ein Stück des Weges zu begleiten.
Noch im Oktober und November des Vorjahres wurde er von seinen Weggefährten zum Saisonabschluss und zur Weihnachtsfeier herzlichst begrüßt.
Was nun bleibt sind Erinnerungen, die schönen Erlebnisse mit ihm bei den Radtouren und dem geselligen Beisammen sein.
Wer Horst Schild kannte, wusste, er war ein Macher, konnte organisieren, Menschen begeistern, war aber auch ein Streiter, doch am Ende ging es ihm immer um die Sache, der RFK „Solidarität“ wurde für ihm zu einem zweiten Zuhause er war, wenn nicht sogar sein Kind, zumindest aber „sein Radfahrverein“.
14 Mitglieder konnte Horst Schild im Sommer 1990 für das organisierte Radwandern begeistern und hauchte mit ihnen gemeinsam dem 1895 in Gera gegründeten Arbeiter-Radfahrerklub neues Leben ein. Über 20 Jahre führte er den Verein als Vorsitzender, bis er 2012 den Staffelstab an den jetzigen Vorsitzenden Eckhard Melzer weiterreichte. „Er wird es machen. Das ist der richtige Mann dafür“, hat er damals gesagt und sollte damit Recht behalten.
Seit seiner frühesten Jugend war er dem Radwandern zugetan und so zählte er schon vor 1990 als Fahrtenleiter zu den Aktivisten des Geraer Radwanderns und erkundete mit Sportfreunden die nähere und weitere Heimat und selbst in Polen, Tschechien und Ungarn hat er so manche Kilometer hinter sich gelassen. Später dann auch in Frankreich oder Dänemark.
Anfangs noch im Rad- und Kraftfahrerbund integriert, initiierte er 1998 den Wechsel zum Thüringer Radsport-Verband und damit zum Bund Deutscher Radfahrer. Zwar hat Horst Schild sein Hobby nicht zum Beruf gemacht, doch verbrachte er bis zu seinem letzten Atemzug sine wohlverdienten Ruhestand mit dem Radwandern.
Dabei genoss er nicht nur den frischen Wind und die Annehmlichkeiten dieses Sports, sondern investiert auch viel zeitlichen Aufwand, hatte immer neue Ideen und bewies dabei großes ehrenamtliches Engagement. So war er Initiator, Mobilisator und Sportorganisator. Ihm ist ein großer Anteil bei der Entwicklung des Radwanderns zuzurechnen, nicht nur in seiner Heimat Stadt Gera, auch darüber hinaus in Thüringen, ja bundesweit. Unvergessen bleibt das Bundesradsport Treffen in Gera und Bad Blankenburg 2005.
Immer wieder bemüht er sich darum, zahlreichen Bürgerinnen und Bürgern den Spaß, die Freude, die Gesundheit, das Naturerlebnis und die Gemeinschaft, die die Radwandergruppen bei ihren Touren und Treffen erfahren konnten, zu vermitteln.
Und noch etwas zeichnete Horst Schild aus. Für ihn war „Solidarität“ nicht nur ein Wort im Vereinsnamen, für ihn war sie wie ein zartes Pflänzchen, was gehegt und gepflegt, ja gelebt werden musste.
Für sein Engagement hatte Horst Schild zahlreichen Auszeichnungen und Ehrungen bedacht, so 1996 mit der Guts-Muths-Ehrenplakette in Bronze, 1997 mit der Ehrennadel der Stadt Gera in Bronze, 2005 mit der Goldenen Ehrennadel der Bundesehrengilde des BDR, 2010 mit der Medaille zum Bundesverdienstorden der BRD sowie 2012 mit der Verdienstmedaille des TRV in Silber.
„Horst hat viel erlebt und erreicht. Er kann sich selbst auf die Schultern klopfen und sagen: Du kannst zufrieden mit Dir sein. Du hast die Basis gelegt. Es gibt würdige Nachfolger, die das von Dir begonnene weiterführen. Horst wird in unseren Herzen weiter leben – wir werden ihn nie vergessen und stets ein ehrendes Gedenken bewahren. Unsere Gedanken sind jetzt erst einmal bei seiner Familie“, so der Vereinsvorsitzende Eckhard Melzer.
Foto: Verein