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Vom Nationaltrainer Chinas zum deutschen Bundestrainer

Tim Zühlke
Volker Brix

Tim Zühlke ist wieder zu Hause und für die Bahn-Junioren verantwortlich. Der Erfurter Radsporttrainer Tim Zühlke gehört mit zwei Olympischen Goldmedaillen, zwei Olympischen Bronzeplaketten, 13 WM-Goldmedaillen und sieben weitere WM-Medaillen sowie 34 Weltcupsiegen und zahlreichen Junioren-WM-Titeln und -Medaillen seiner von ihm betreuten Sportler zu den erfolgreichsten deutschen Radsporttrainern. Zu seinen erfolgreichsten Schützlingen gehörten auch Kristina Vogel, Rene Enders und Pauline Grabosch.

Im Oktober vergangenen Jahres wurde er Nationaltrainer in China und kehrte enttäuscht zurück. Mit Jahresbeginn übernimmt er nun vom Erfurter Helmut Taudte, der viele Jahre die deutschen Bahn-Ausdauer-Junioren erfolgreich zu WM-Titeln und Medaillen führte und nun in den Ruhestand geht, das Amt des Junioren-Bundestrainers. Wir sprchen mit dem 39-Jährigen Zühlke,

Sie sind im Herbst 2017 voller Zukunftsplänen als Nationaltrainer nach China gegangen und kamen enttäuscht zurück, woran lag das?
Dort haben die Rahmenbedingungen für ein gut funktionierendes Trainings- und Wettkampfsystem aus meiner Sicht nicht gepasst. Nach mehreren Enttäuschung habe ich meinen Vertrag in Peking dann Mitte diesen Jahres gekündigt und bin seitdem wieder zu Hause.

Hat sich Ihre Familie darüber gefreut?
Das kann man wohl sagen. Meine Frau Katharina und unsere kleinen Kinder Marcus und Jonas sind glücklich, dass unsere Familie nun wieder hier zusammen lebt.

Haben Sie seitdem beruflich etwas getan?
Kaum. Ich habe ab Juli beim Sprint-Bundestrainer Detlef Uebel bei Training und Wettkämpfen assistiert „um nicht aus der Übung zu kommen“.

Und nun werden Sie selbst Junioren-Bundestrainer, wie war das möglich?
Da war ein bisschen Glück dabei, dass Helmut Taudte in den Ruhestand ging. Ich hatte mich beworben und bin dem Bund Deutscher Radfahrer(BDR) dankbar, dass ich die Chance bekommen habe, wieder in das deutsche System ein zusteigen.

Wofür sind Sie dabei verantwortlich?
Als Bundestrainer der Junioren-Bahn-Ausdauer kümmere ich mich um die Disziplinen Einzelverfolgung, Mannschaftsverfolgung, Madison und Omnium.

Wie viel Fahrer umfasst Ihr Junioren-Nationalkader?
Insgesamt sind das 20 Sportler, zehn 17-Jährige und zehn 18-Jährige.

Sind auch Erfurter Nachwuchsfahrer dabei?
Ja. Tim Oelke, Dominik Wolf und Luka Rohde wohnen in unserer Stadt.

Wo werden Ihre Arbeitsorte sein?
Ich kann einiges von zu Hause erledigen, bin aber auch bei Lehrgängen sowie Wettkämpfen auf Straße und Bahn unterwegs.

Was sind die Höhepunkte Ihrer Arbeit mit den jungen Sportlern?
Zunächst die Europameisterschaften vom 9. bis 14. Juli auf der Hallenbahn in Gent und dann die Welttitelkämpfe vom 14. bis 18. August in Frankfurt/Oder.

Und Ihre persönlichen Ziele?
Zunächst möchte ich den deutschen Vierer-Rekord über 4000m von 4:07,8 Minuten von der WM diesen Jahres im schweizerischen Aigle auf 4:05 min. verbessern, da müssten die Jungs 58.8 km/h fahren. Da die Geschwindigkeiten und Intensitäten immer höher werden ist besonders Krafttraining gefragt. Damit möchte ich unsere Junioren wieder zur Weltspitze, mit Australien und Neuseeland, zurück führen.

Wollen Sie damit auch Ihre Familientradition fortsetzen?
Das ist wohl fast automatisch so, denn mein Opa Manfred, mein Vater Frank und mein Onkel Rainer waren ebenfalls erfolgreiche Trainer in Erfurt.

14.12.2018 / Volker Brix
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