7eoasl_1304429914.jpgmcjwib_1371254924.jpgzzsuru_1555404639.jpgnfdmbq_1304429912.jpg

LTLT 3. Etappe: Dörtendorf – Heine vor Lippert und Bastainelli

Die Norwegerin Vita Heine (Hitec Products) machte auf dem Hankaberg ihre internationale Meisterprüfung und ließ überraschend Liane Lippert im deutschen Meistertrikot und Europameisterin Marta Bastianelli hinter sich.

das Hauptfeld der Lotto THüringen Ladies Tour
Attacke von Vita Heine
Siegerehrung Lotto Thüringen Ladies Tour
Gelbes Trikot nach 3 Etappen - Kathrin Hammes

„An einen Sieg habe ich vorher überhaupt nicht gedacht. Ich wollte in die Top 10. Dafür mußte ich ganz zeitig antreten. Ich habe den Schwung aus der Abfahrt davor mitgenommen und bin voll weitergefahren. Dann dachte ich immer: Jetzt holen sie dich gleich. Und wunderte mich, daß keine mehr vorbei kam“, schilderte Vita Heine ihre Taktik. Sie kommt aus Riga in Lettland, studierte in Norwegen Mathematik und Statistik, lernte ihren jetzigen Ehemann kennen und lebt in Bergen. Radsport begann sie erst mit 27 (!) Jahren. In Dörtendorf hat die fünfmalige norwegische Meisterin ihren bedeutendsten Erfolg errungen. Die 34jährige Aktuarin war schon während der ersten beiden Etappen sehr offensiv gefahren und möchte jetzt noch ein gutes ZF am Samstag anfügen.
Mit 9 sec Rückstand fuhr die Trägerin des Gelben Trikots, Katrin Hammes (DEU, WNT Rotor)
am Hinterrad von Pernille Mathiesen (DEN, Sunweb) über den Zielstrich und behielt damit die Führung im Gesamtklassement. Sie hatte auch im Rennen stets die Kontrolle und hielt sich bei Attacken eher zurück.
Beate Zanner aus Gera (Maxx-solar LINDIG) kämpfte aufopferungsvoll um ihre zweite Position insgesamt, verlor aber bei der Bergankunft 10 sec auf die Rivalinnen und fiel damit auf Rang 4 (18 sec Rückstand) zurück, was aber für die einheimische Fahrerin aus einem eher kleinen Team eine bemerkenswerte Leistung ist, die von den zahlreichen Zuschauern auch gewürdigt wurde.
Für die 3. Zielankunft der Rundfahrt in Dörtendorf, das allerdings schon viele Male Durchfahrtsort war, hatte Ortsteilbürgermeister Frank Pitzing mit seinen ausschließlich ehrenamtlichen Helfern wieder eine perfekte Organisation geschafft. Die Einwohner wurden von den zahlreichen Gästen für ihre toll geschmückte Kulisse mit Unterhaltungsprogramm gelobt, die den stimmungsvolle Hintergrund für ein Rennen bildete, das auf einer sehr anspruchsvollen Runde dreimal über den Hankaberg und insgesamt 94 km führte.
Zwei Solo-Aktionen sorgten für Spannungshöhepunkte. In der ersten Runde fuhr Marieke van Witzenburg (NED, Jos Feron Lady Force) allein an der Spitze und holte sich in Dörtendorf auch gerade noch den Sieg in der ersten Bergwertung, wurde aber genau auf dem Gipfel gestellt. Pauliena Rooijakkers (NED, CCC-Liv), die dann noch die 2. Bergwertung gewann und damit das schwarze Opel Schorr Klettertrikot übernahm. Van Witzenburg gehörte dann noch einmal zu einer kurzzeitigen Spitzengruppe und wurde dafür als aktivste Fahrerin des Tages mit dem Trikot der Saalfelder Brauerei geehrt. Das Punktetrikot übernahm Barbara Guarischi (ITA, Virtu) dank eines zweiten Platzes im 2. Zwischensprint.
Der Antritt von Ellen van Dijk (Nationalteam Niederlande), Zeitfahr-Weltmeisterin von 2013, zu Beginn der dritten Runde brachte den größten Vorsprung im Rennen, eine gute Minute. Aber auch die reichte nur bis 13 km vor dem Ziel. Van Dijk hatte offensichtlich gute Erinnerungen ans letzte Jahr, als sie bei der Bergankunft im Sprint Platz 2 belegte. Diesmal belegte sie trotz der 15 km Alleingang noch Platz 14. Man kann von ihr in den nächsten Tagen noch mehr erwarten.
In der Schlußphase versuchte Team Sunweb das Feld zusammenzuhalten und brachte die beiden Bergspezialisten Liane Lippert und Pernille Mathiesen in eine perfekte Position vor der Rampe. Die beste Nachwuchsfahrerin des Vorjahres zögert ein bißchen zu lange mit ihrem Antritt: „Als Vita losfuhr, dachte ich noch, das wird zu lang. Und dann war er zu kurz, um sie noch einzuholen. Kurios. Aber wir haben unsere Taktik gut umgesetzt und unsere Ziele erreicht. Das stärkt unsere Moral.“

31.05.2019 / T.RF
zur Liste
© THÜRINGER RADSPORT-VERBAND e.V. 2019