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Warten auf die Feuertaufe

Tim Oelke
Volker Brix

Der Erfurter Radsportler Tim Oelke fiebert auf seine erste Saison bei den Männern hin.

Es ist immer ein gewaltiger Leistungsschritt wenn Radsportler aus der Juniorenklasse in die U23 wechseln. So drückt sich sich Tim Oelke beim Gespräch mit unserer Zeitung auch sehr vorsichtig aus. „Ich bin gut durch den Winter gekommen und habe im März in Kroatien vor Corona nur zwei relativ flache Rennen über je 150 Kilometer gefahren und seitdem versuche ich zusammen mit meinem aktuellen Trainer Lars Wackernagel meine Form zu stabilisieren ohne zu wissen, wann wieder Rennen stattfinden“, sagte der 19-Jährige.

Bereits mit acht Jahren begann er bei den „Fette Reifen“-Rennen, das sind Wettbewerbe für Anfänger ohne Lizenz auf Rädern mit normaler Bereifung, also keine Rennreifen. Dabei hatte Tim soviel Spaß, dass er auch künftig kräftig in die Pedalen trat und und mit elf Jahren seine erste Lizenz beim Bund Deutscher Radfahrer(BDR) löste. Bereits mit 13 Jahren landete er bei der „Kids-Tour“ in Berlin nach vier Etappen mit dem zweiten Platz in der Gesamtwertung einen viel beachteten Erfolg. Der flache Hauptstadtkurs schien dem schlanken Jungen sehr entgegen zu kommen, denn bereits im ersten U15-Jahr bewies er mit einen dritten Gesamtplatz in Berlin seine wachsende Klasse und wiederholte den Bronzerang auf dem Podium ein Jahr später an gleicher Stelle nochmal. Im gleichen Jahr baute Oelke auch seinen Bergfahrer-Qualitäten langsam aus und triumphierte nach vier Etappen bei der TMP-Tour durch den Kreis Gotha und den Thüringer Wald  als Gesamtsieger. Auch bei der U17 steigerte das hoffnungsvolle Talent seinen Leistung kontinuierliche weiter. Bei der Deutschen Meisterschaft im Einzelzeitfahren auf der Straße  über elf Kilometer in Eldagsen(Niedersachsen) rückt sich Oelke erneut in den Blickpunkt seines Trainers Andreas Wartenberg. Auch bei dem schweren Bundessichtungsrennen über 70 Kilometer „Rund um Witterda“ mit dem schweren Steilanstieg hinauf nach Friedrichsdorf in jeder Runde bewies er als Zweiter sein weiter gewachsenes Leistungsniveau. In seinem letzten Juniorenjahr feierte er mit dem Sieg bei Eschborn-Frankfurt, dem früheren Henninger-Turmrennen, mit schweren Anstiegen über den Feldberg und weiter durch den Taunus über 85 Kilometer einen weiteren bemerkenswerten Sieg vor dem Vize-Europameister Morice Ballerstedt(Berlin) und Hans Wilksch(Cottbus) dem Sieger der Saarland-Trophäe. „Das war wohl bisher mein größter Erfolg und darüber habe ich mich mit meinem damaligen Trainer Michael Beckert gemeinsam riesig gefreut“, strahlte Oelke noch ein Jahr danach. Mit einem weiteren Gesamtsieg nach vier Etappen mit einem Einzelzeitfahren im tschechischen Landkron fuhr er zu den Europameisterschaften im Straßenrennen nach Alkmaar(Niederlande), wo er leider nach einem Defekt weit zurück fiel.

Mit beginn des Jahres gehört Oelke  nun zum Thüringer Continentalteam P&S, das ist die dritte Profiliga für die Teams mit kleinem Geld. Welche Aufgabe wird er in dieser Truppe als „Allrounder“ wohl bekommen? „Ich weiß wirklich nicht ob ich ein Allrounder werde, obwohl ich über nicht allzu schwere Steigungen recht ordentlich drüber komme und gelegentlich bin ich nach mittelschweren Rennen auch im Schlussspurt ganz gut“, antwortete Oelke nach seinen bemerkenswerten Erfolgen in den Nachwuchsklassen recht bescheiden. Bei aller harten Trainings- und Rennbelastung denkt Oelke jetzt schon an die Zeit nach dem Radsport und wird im Juni seine zweijährige Ausbildung zum „Gestaltungstechnischen Assistenten“ abschließen. Nun wartet er in seinem kleinen Appartement im „Haus der Athleten“ fast ungeduldig auf den Wiederbeginn der Radrennen und hofft dabei ab Ende Juli, nach dem kurzen Auftakt in Kroatien, endlich in die ersten Männerrennen einsteigen zu können.

Volker Brix 

Bilder: Der vielseitige Tim Oelke hofft auf weitere gute Platzierungen bei seinem ersten     

             Jahr in der Männerklasse.

25.05.2020 / Volker Brix
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