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Der vielseitige Sprinter aus dem Land der Gurken

Trotz Corona blickt Nik Schröter hoffentlich baldigen Bahnrennen erwartungsvoll entgegen.
Volker Brix

Erfurts Bahnradsprinter Nik Schröter will weiter nach oben.

Bei der diesjährigen Bahnrad-Weltmeisterschaft im Februar im Berliner Velodrom war Nik Schröter (RSC Turbine Erfurt) vom Bund Deutscher Radfahrer(BDR) als Ersatzfahrer für den Teamsprint gemeldet. Da er dort aus seiner Sicht leider nicht zum Einsatz kam, löste seine persönliche Enttäuschung den unbedingten Trainingswillen mit dem Ziel nicht nur als Ersatzfahrer dem Deutschen Nationalteam anzugehören, aus.

Ungewöhnlich früh, mit sieben Jahren, begann Schröter in Finsterwalde seine Rennerlaufbahn. Nach drei Jahren in der U11 und dann in der U13 wurde er mehrfacher Brandenburger Landesmeister und gewann auch die Gesamtwertung der "Ostthüringen Tour". Der erste Deutsche Meistertitel war mit der Brandenburger Landesauswahl in der U15 im Vierer-Mannschaftszeitfahren auf der Straße fällig, dazu gewann Schröter auch das Bergttrikot bei der "TMP Tour" rund um Gotha nach vier Etappen. Dazu verbesserte er  sich auch seine Spurtschnelligkeit immer mehr. Damit holte er sich bei der "KIDS Tour" in Berlin über vier Etappen auch das Sprinttrikot. Mit der Bronzemedaille beim Deutschland-Cup der Crosser nach fünf Läufen bewies Schröter auch seine radsportliche Vielseitigkeit.

In der U17 wechselte er dann zum Bahnrennsport über, spezialisierte sich auf die Kurzzeitdisziplinen und wurde Deutscher Vizemeister über 500 Meter und im Sprint auf der Bahn in Cottbus. Zu den Junioren gewechselt glänzte Schröter mit den Nationalen Titel über 1000 Meter, Silber im Sprint und Bronze im Teamsprint. Damit nominierte ihn der Bund Deutscher Radfahrer für die Junioren-Weltmeisterschaften im schweizerischen Aigle und er kehrte mit der Bronzemedaille im Teamsprint hinter Russland und Australien nach Hause zurück.

Vor zwei Jahren wechselte Schröter in die Eliteklasse und kann neben dem Deutschen Meistertitel im Teamsprint auf der Betonbahn in Dudenhofen auch bei der U23 EM in Aigle wieder auf Bronze verweisen. Mit Beginn des Vorjahres wechselte er dann zum RSC Turbine nach Erfurt und hier führte ihn sein neuer Trainer Anner Miedema erneut zum Nationalen Titel im Teamsprint und guten Plätzen bei den Weltcups in Minsk und Glasgow mit denen er für den BDR wichtige Qualifikationspunkte für Olympia einfuhr.

Nach der WM im Februar gab es wegen Corona leider keine Bahnwettkämpfe mehr. Nun hofft Schröter, der genau wie sein Vereinskumpel und WG-Partner Marc Jurczyk zum Deutschen Olympiakader gehört, dass wenigstens die U23-EM im Oktober und vier Wochen später die Elite-EM in Bulgarien ausgetragen werden.

09.10.2020 / Volker Brix
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