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Ein souveräner Einstand - Franz Schiewer gewann das „Goldene Rad von Erfurt“

Erfurts neuer Lokalmatador der Steher im Andreasried, Franz Schiewer vom Team Spirit, weiß was er will. Auf dem Rad kann er bei Straßen- und Bahnrennen so ziemlich alles. Der 27-Jährige gewann die Gesamtwertung der „Tour de Berlin“ 2009 mit 19 Sekunden vor dem Holländer Tom Relou und Jakob Steigmiller als jüngster Sieger dieses Fünf-Etappen-Rennen. Dazu triumphierte er überlegen als Solosieger beim klassischen „Rund um den Sachsenring“ mit dem Profiteam LKT Team Brandenburg für das er acht Jahre in die Pedale trat.

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Nach drei Deutschen Meistertiteln im Punktefahren und zweimal mit dem Vierer auf der Bahn versuchte sich der Kommissar der Polizei Brandenburg als Steher. Auch dabei gehörte er bald zu den Besten und wurde mit seinem Schrittmacher Gerd Gessler(Erfurt) 2016 in Paris hinter seinem Freund Stefan Schäfer(Cottbus)/Schrittmacher Peter Bäuerlein(Nürnberg) Vize-Europameister. Noch vielseitiger und erfolgreicher wurde Schiewer im vergangen Jahr. Er begann mit dem sehbehinderten Olaf Schulz als dessen Pilot auf dem Tandem zu trainieren. Mit mehreren Rennen dieser Kategorie will sich das Duo auf die Sommer-Paralympics in Tokio 2020 vorbereiten. Nachdem Schiewer im Vorjahr die Gesamtwertung aller Steherrennen in Erfurt gewann, setzte er sich im Oktober im Berliner Velodrom die absolute Steherkrone auf. Mit Gessler drehte er das EM-Ergebnis von Paris vor lautstarker Kulisse um und gewann die Europameisterschaft, diesmal vor seinem Freund Schäfer.

Nun ist Schiewer mit Beginn der neuen Saison zum Erfurter Team Spirit gewechselt. Dazu fährt er für seine Einsätze als Steher alle Bundesligarennen auf der Straße. Dazu hat er sich mit etwa 8000 Trainingskilometern exakt vorbereitet. „Auf meiner neuen Heimbahn im Andreasried will ich weiter auf einen guten Draht zu den begeisterten Zuschauern in Erfurt setzen. So will ich vor allem mit einer guten Form die Rennen hier mitbestimmen und versuchen meine neue Rolle als Lokalmatador eindrucksvoll zu bestätigen“, blickt Schiewer voraus. Bei der Deutschen Stehermeisterschaft im August auf der wahnsinnig schnellen Bahn in Chemnitz will er sich für einen der drei deutschen Startplätze bei der Europameisterschaft in Erfurt (7./8. September) qualifizieren. Das ist sein Ziel und Schiewer wird alles daran setzen, bei den Kontinentalen Titelkämpfen mit der bestmöglichen Form an den Start zu gehen.

Einen kleinen Einblick auf Schiewers Leistungsvermögen bekamen die begeisterten 1800 Andrearied-Besucher schon beim „Goldenen Rad“ in drei Läufen. Schiewer wurden in den ersten beiden 25 km-Rennen hinter Robert Retschke(Aachen) und Schäfer(Cottbus) jeweils Zweiter und lag vor dem letzten Lauf über die unbekannte Distanz mit Schäfer punktgleich an der Spitze. Also ließ er, keine Zeit verstreichen und fuhr mit tollem Tempo hoch oben an der Balustrade am gesamten, fast wehrlosen Feld unaufhaltsam vorbei seinen ersten Saisonsieg in Erfurt, unter riesigen Beifallsstürmen, mit fünf Punkten entgegen. Da blieben für Schäfer(6), Retschke (9), Daniel Harnisch(Leipzig/13), dem Holländer Frank Kaldenbach (14), Christoph Schweizer(Aachen/16), Moritz Kaase(Bielefeld/22) und Stefan Lange(Rostock/23) nur die Plätze übrig.

 

04.06.2018 / Volker Brix
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