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Hürdensprinter auf dem Rad - Thron

Als neuer TRV-Präsident hat Klaus Fiedler mit seinem Vorstand eine Menge Arbeit vor sich.
Volker Brix

Der neue Präsident des Thüringer Radsportverbandes Klaus Fiedler war einst Leichtathlet

Gegenwärtig hat auch Fiedler mit den Coronaproblemen zu kämpfen. So hatte er mit seinen Freunden für die Junioren ab nächster Woche in einem Extra-Hotel in Kroatien ein Trainingslager gebucht, was leider aufgrund der hohen Infektionen abgesagt werden musste. Nun überlegt er, ob und wann sich das Trainingslager im kommenden Frühjahr wiederholen lässt.

Die Thüringer Radsportler können wieder in eine optimal vorbereitete Zukunft schauen. Nach fast zweijährigem leeren Präsidentenstuhl und einem halbierten Präsidium wurde der  nicht nur im Sport sehr erfahrene Erfurter Klaus Fiedler, der viele Jahre der DDR-Leichtathletik-Nationalmannschaft als Hürdensprinter angehörte, zum neuen Präsidenten gewählt und das Präsidium wieder komplettiert.

Mitte der Sechziger Jahre begann Fiedler, als Mitglied des SC Turbine Erfurt, an der Kinder- und Jugendsportschule(KJS) in Nordhausen, an der vor ihm auch der Erfurter Weltrekordläufer Jürgen May ausgebildet worden war, als Sprinter und Hürdensprinter. Als die KJS dann 1967 nach Erfurt verlegt wurde, machte er gemeinsam mit dem späteren Olympiasieger mit dem Bob-Olympiasieger und Zehnkämpfer Bernhard Germeshaus das Abitur. Danach studierte Fiedler gemeinsam mit dem Erfurter „Wunderschwimmer“ Roland Matthes und der Speerwurf-Olympiasiegerin Ruth Fuchs an der DHfK in Leipzig Trainingswissenschaften und schloss mit dem Diplom ab.

Als Aktiver glänzten er bereits mit mehreren DDR-Rekorden bei der Nachwuchsklasse und holte Bronze über 110m Hürden bei den Europäischen Jugendspielen 1970 in Paris. Bei den Männern reiste er mit dem Nationalteam bei 18 Länderkämpfen um die halbe Welt und verpasste leider die Olympischen Spiele 1972 in München wegen einem Riss in der Achillessehne. „Da habe ich zu Hause sehr traurig beim Fernsehen alles erlebt“, erinnert sich der heute 69-Jährige. Danach wurde er noch bei der Europameisterschaft in Rom Sechster und verfehlte als Vierter bei der Hallen-EM in Katowice nur knapp einen Medaille, bevor er seine aktive Laufbahn 1976 beendete. Danach führte er als Trainer beim SC Turbine auch Volker Beck zum Olympiasieg über 400m-Hürden 1980 in Moskau.

Nach der politischen Wende baute er beim Landessport Bund (LSB) als Referent für Leistungssport gemeinsam mit Rolf Beilschmidt und den beteiligten Institutionen den Olympiastützpunkt Thüringen und die Stiftung Thüringer Sporthilfe mit auf. Danach war Fiedler 20 Jahre als Referatsleiter für Sportförderung wechselnd in den Ministerien für Soziales, Wirtschaft und wieder im Sozialministerium und abschließend im Bildungsministerium tätig, ehe er vor drei Jahren in den Ruhestand ging.

Im Herbst des Vorjahres erreichte Fiedler die Anfrage vom früheren TRV- und jetzigen Ehrenpräsidenten Jürgen Beese, ob er sich eine künftige Präsidentschaft vorstellen könnte. „Da brauchte ich nicht lange zu überlegen. Ich wusste das Thüringen über sehr gute Sportler und Trainer verfügt und das in den Vereinen eine gute Arbeit geleistet wird. So habe ich zugestimmt“, sagte er dieser Zeitung.

23.11.2020 / Volker Brix
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