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Als Renner und Trainer erfolgreich

Bei schlechtem Wetter hält sich Sascha Jäger auf dem Hometrainer fit.
Volker Brix

Sascha Jäger ist seit 35 Jahren beim Radsport

Es ist wirklich nicht alltäglich, dass ein Mensch so lange dem Sport die Treue hält. Bei Sascha Jäger gab es allerdings eine berufsbedingte, fünfjährige Unterbrechung. Aber richtig weg vom Radsport war er eigentlich nie. Inzwischen hat er auch seine Kinder Julien als Junioren - Europameister im Keirin und Teamsprint in Gent und seine Tochter Lara - Sophie als Deutsche Jugend - Vizemeisterin im Sprint und Teamsprint im Berliner Velodrom in seinem Sport integriert.

Bereits mit neun Jahren begann er bei der damaligen BSG Post unter seinem ersten

Übungsleiter Manfred Adelmeyer, der auch als Rennfahrer und Schrittmacher aktiv war, mit Rennen auf der Straße, der Bahn und beim Cross in der Altersklasse (AK) 10. Später führten ihn Dr. Manfred Wandersleb und Ekehard Lutzke bis er in der AK 12 bereits zum Sprint wechselte. Im Alter von 14 Jahren kam Jäger zur Kinder- und Jugendsportschule und gewann 1989 die Bezirksmeisterschaft und die Bezirksspartakiade mit dem Straßen - Vierer. Nach der politischen Wende gehörte er dem Thüringer Sport Verein (TSV), dem Nachfolger des aufgelösten SC Turbine, an. Zu den Junioren (U19) gewechselt verbesserte er seinen Sprintfähigkeit unter „Sprintprofessor“ Jochen Wilhelm enorm und wurde auf der Bahn in Dudenhofen mit seinem Clubkameraden Thomas Meyer Deutscher Meister 1992 auf dem Tandem, wobei er das Meistertrikot noch mit einem vierten Platz im Sprint untermauerte. Ein Jahr später holte das Duo in Solingen die Tandem-Silbermedaille.

Nach einer langwierigen Erkrankung an Pfeifrischen Drüsenfieber und einer Not-Op in Erfurt war ein Jahr sportliche Pause, indem Jäger seinen Abschluss als Groß- und

Außenhandelskaufmann schaffte. Nach einem Jahr bei den Feldjägern der Bundeswehr war er in Frankfurt/Main bei McDonald im Management und für eine Backfirma mit 13 Geschäften im Rhein-Main-Gebiet zuständig.

Mit 29 Jahren kam Jäger wieder in seine alte Heimat Erfurt zurück. Was lag dabei näher, als nach der langen Pause einen „Rücktritt vom Rücktritt“ als Bahnradsprinter zu versuchen. „Das war eine unsägliche Schinderei, beim Straßentraining musste ich anfangs bergauf geschoben werden, weil ich das Tempo meiner Freunde vom „Sprintteam der Stadtwerke Erfurt“ nicht mithalten konnte und habe über zehn Kilo abgenommen“, erinnert er sich heute lächelnd. Schließlich klappte es doch wieder: An der Seite von Robert Förstemann, Rene Wolff, Michael Seidenbecher und Kristina Vogel ging es steil bergauf und mit Förstemann und Alexander Lesser gewann Jäger in Hamburg die DM - Bronzemedaille im Teamsprint. Auch in der BDR – Sprintercup - Serie mit sechs Renntagen wurde er einmal Sechster und hinter Seidenbecher und Rene Enders sogar Dritter. Nach einem schweren Sturz bei der Keirin - DM in Cottbus beendete er mit 31 Jahren seine aktive Laufbahn.

Sofort danach wurde Jäger Übungsleiter der U11 und U13 beim RSC Turbine, ehe er im Auftrag des Thüringer Radsport-Verbandes im Sprintteam Thüringen landete. Hier arbeitet Jäger mit acht Sportlern und drei Sportlerinnen der U19 und fünf der U17. Zwischendurch half er auch bei Pauline Grabosch als Trainer aus, bevor diese mit Kristina Vogel und Miriam Welte (Kaiserslautern) im niederländischen Apeldoorn zur Weltmeisterin im Teamsprint gekürt wurde. „Von meinen Mentoren Jochen Wilhelm und Tim Zühlke habe ich viel gelernt“, ist sich der 44-Jährige heute sicher, der gerade Lara - Sophie Jäger, Stella Müller und Willy Weinrich auf die Junioren-Weltmeisterschaften in Kairo vorbereitet.

26.03.2021 / Volker Brix
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