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Europameister Gerd Gessler spricht über die Titelverteidigung

Gerd Gessler (li.) und Franz Schiewer
Volker Brix

Nach einer schweren Stunde mit fast pausenlosen Kämpfen vor einer riesigen, begeisterten Zuschauerkulisse verteidigten Schrittmacher Gerd Gessler und Steher Franz Schiewer ihren im Vorjahr im Berliner Velodrom gewonnenen Europameistertitel erfolgreich auf ihrer Heimatbahn in Erfurt. Volker Brix sprach darüber mit dem 64-jährigen Schrittmacher vom RSC Turbine.

War die Titelverteidigung im Andreasried ein schweres Rennen?
Das war ein von der Taktik her ein ganz schweres Rennen. Ich habe sofort gemerkt, dass alle gegen Deutschland fuhren, zumal die beiden Holländer von den ersten beiden Startplätzen ins Rennen gingen.

Wo sehen Sie den Knackpunkt des Rennens?
Das war der Moment, wo Daniel Harnisch/Peter Bäuerlein den Angriff von Spitzenreiter Renier Honig nach hartem Kampf erfolgreich abwehrten und der Holländer von der Rolle kam. Das war unsere Chance an die Spitze zu fahren.

Wann waren Sie sicher zu gewinnen?
Als wir an Honig vorbei waren, konnte nicht mehr viel passieren.

Haben Sie nach der umjubelten Siegerehrung noch gefeiert?
Ich war nach dem Rennen ziemlich platt, kam erst 22,30 Uhr zum Essen und einer Flasche Bier. Danach haben wir noch zusammen gesessen und über die äußerst schwachen Schiedsrichterleistungen gesprochen. Ob wohl man mit mehr als einer Runde Rückstand keine Angriffe mehr abwehren darf, hielten sich viele Schrittmacher bei unseren weiteren Überrundungen nicht an die Regel und machten uns das Leben zusätzlich schwer.

Wie haben Sie sich auf die EM vorbereitet?
Die deutsche Mannschaft ist zwei Tage vor den Titelkämpfen in Erfurt angereist und hat mit der vorgeschrieben Übersetzung auf der Bahn zusammen erfolgreich trainiert. Das hat sich dann im Finale ausgezahlt.

Sind Sie Profisportler oder haben Sie einen Beruf?
Eigentlich hätte ich im April in Rente gehen können, aber die Arbeit bei der Stadt in Bielefeld macht mir immer noch Spaß.

Wie viele Rennen sind Sie dieses Jahr mit Schiewer gefahren und mit welchem Erfolg?
Wir haben acht Rennen gefahren und alle gewonnen, dazu gehört auch die Deutsche Meisterschaft in Chemnitz. Es war unser erfolgreichstes Jahr, bis jetzt.

Wo starten Sie noch in dieser Saison?
Nach Rennen in Forst/Lausitz und Heidenau sind wir noch an drei Abenden im Rahmen eines „halben“ Sechstagerennens im holländischen Alkmaar am Start.

Und im Winter?
Da ist erst mal Pause. Nach der Berliner Meisterschaft die meist Anfang Januar rollt, sind wir Ende Januar im Steherprogramm beim Berliner Sechstagerennen.

12.09.2018 / Volker Brix
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