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Die vielen Erfahrungen erfolgreich weiter gegeben

Der Radsport hat das Leben von Steffen „Ussi“ Uslar geprägt.
Volker Brix

Der ehemalige Thüringen-Rundfahrtsieger Steffen Uslar ist Trainer beim TRV

Der Thüringer Radsportnachwuchs profitiert von gut ausgebildeten Trainern, die teilweise selbst als Rennfahrer in jüngeren Jahren, bei diesem harten Sport auf der Straße oder der Radrennbahn reichlich Erfahrung gesammelt haben. Einer der erfolgreichen Renner früherer Jahre ist Steffen Uslar (RSC Turbine Erfurt).

Uslar, der in Radsportkreisen nur „Ussi“ gerufen wird, stammt aus Kühnhausen und begann 1977 bei ZBO Elxleben unter dem jahrzehntelangen verdienten Trainer und Funktionär Horst Lehmann mit zehn Jahren seine Radsportlaufbahn. Als mehrfacher Spartakiadesieger und Meister auf Kreis- und Bezirksebene bei Straßen- und Bahnrennen wurde er sechs Jahre später zum SC Turbine Erfurt unter dem späteren Landes- und Bundestrainer Helmut Taudte delegiert. Dort eroberte er bei den Jugendwettkämpfen der Freundschaft in Bulgarien mit dem DDR-Vierer auf der Straße über 70 Kilometer den Sieg vor der starken Sowjetunion und Polen seinen ersten größeren Erfolg. Bei den Junioren war Uslar Prologsieger der Dusika-Tour durch Österreich und wurde Zweiter in der Gesamtwertung. Als DDR-Meister im Punktefahren auf der Winterbahn wurde er auch DDR-Vizemeister auf der Straße beim bergigen „Rund um die Landeskrone“ in Görlitz im Spurt knapp hinter Bert Dietz(Leipzig).
Beim Wechsel in die Männerklasse 1988, dabei fuhren auch die Erfurter Turbine-Clubkameraden Olympiasieger und Weltmeister Mario Kummer und Maik Landsmann, war für „Ussi“ natürlich eine weitere Leistungssteigerung notwendig. Dabei schaffte er mit der DDR-Auswahl zwei Teilnahmen an der Kuba-Rundfahrt und gewann die schwere Erzgebirgsetappe der DDR-Rundfahrt. Nach dritten Plätzen 1993 in der Gesamtwertung der leider nicht mehr existierenden Thüringen-Rundfahrt, damals noch der Eilte, hinter Alexander Kastenhuber(Bayern) und Bert Dietz(Leipzig) und dem Klassiker „Rund um den Henninger Turm“ in Frankfurt/Main schlug ein Jahr später seine große Stunde vor dem Schloss in Gotha: Uslar gewann mit der letzten Etappe auch die Gesamtwertung der längsten Thüringen-Tour der Elite über 1000 Kilometer vor Jens Zemke(Wiesbaden) und Thomas Liese(Leipzig). Mit wiederum einen dritten Rang bei der Bergwertung der Griechenland-Rundfahrt beendete er dann 1998 seinen aktiven Laufbahn.
Nach seiner Ausbildung zum Reha- und Fitnesstrainer arbeitete „Ussi“, ohne seine Rennmaschine jemals zu vernachlässigen, fast 15 Jahre im Studio Fit-in in Elxleben, ehe er 2013 beruflich zum Radsport zurück fand. Beim Thüringer Radsport Verband(TRV) ist er für die U17 und U19, jeweils den weiblichen Bereich, als Trainer verantwortlich und dabei fährt der 49-Jährige beim Straßentraining immer mal wieder eine 40 bis 60 km-Runde auf dem Rad selber mit. Von seinen Schützlingen gehört Friederike Stern(RV Elxleben) als Gesamtsiegerin der Jugendsichtung des BDR auf Straße und Bahn 2017, Vierte der Europäischen Jugendspiele im Einzelzeitfahren in Ungarn, mehrfache Deutsche Jugendmeisterin, Sechste der Junioren-Weltmeisterschaft mit dem 4000m-Bahnvierer in Aigle(Schweiz) und den Bronzemedaillen bei der Junioren-Europameisterschaft im Vierer und dem Omnium zu den Erfolgreichsten. Auch Lena Reißner(SSV Gera) schaffte als Deutsche Meisterin mit dem Vierer und den zweiten DM-Plätzen im Einzelzeitfahren und dem Omnium den Sprung zur Junioren-Weltmeisterschaft und fuhr dort mit dem Vierer mit 4:39,831 Minuten einen neuen Deutschen Rekord auf Platz sechs. Hoffnungsvoll ist auch die aus Magdeburg stammende Dorothea Heitzmann(RSC Turbine Erfurt). Als Deutsche Meisterin mit dem Vierer und DM-Silber im Einzelzeitfahren und im Omnium schaffte sie den Sprung zur Junioren-Weltmeisterschaft auf der Straße in Innsbruck im Vorjahr.

29.03.2019 / Volker Brix
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